Die nackte Tiefe

Zerronnene Gedanken wandeln
Fließendes Gewahr-sein
In tiefer Geborgenheit
* unwandelbar

Hebt an den Fluss
Bettet in der Tiefe
Das nackte Sein
* jenseits von Raum und Zeit

In den Abgrund sinken
Fern von jeglichem Halt
Umherirrende Sterblichkeit
* unzerstörbar

Werden und vergehen
Des Körpers buntes Kleid
Der Seele Schweigsamkeit
* bleibend

Schöpfung ist das Leben
Was aus nackter Tiefe gebar
Unbeherrschbare Schöpferschar
* unaufhörlich

Im Schöpferischen liegt die Erfüllung
Gleich dem Urgrund des Seins
Aus den Tiefen schaffen
* ewig

Das SELBST

Das MAN geht und DU kommst;
alles WERTEN verliert an Bedeutung;
die Welt bricht aus allen vorgeformten Formen;
die fordernden WORTE werden zu bloßen Klängen;
nichts mehr das am anderen zerbricht;
kein Leben ist besser als das Sein im Selbst;
der Weisheit Tönung ist ein bloßes „Ach“ des Erstaunens;
das MEINEN tritt zurück für des GEISTES Fülle;
die LEERE schafft Platz für eine neue Welt;
Passivität führt zur Schöpferkraft;
DU bist die Priorität vor allem geistigen und sinnlichen Dasein;
jetzt zählt nur noch was du gibst – jeder AUGENBLICK;
ES lebt mich wo ICH einst wollte;
DU bist das Sein und nicht DAS Begehren;
DU mein SELBST.

Der Augenblick

Zäher Wind in diesigem Regen.
Ich kann hier sein.
Verblichene Sinne in dunstiger Wahrnehmung.
Ich kann hier sein.
Leidenschaftslose unmittelbare Nähe.
Ich kann hier sein.
Nichts, das mich fortstiehlt.
Ich kann hier sein.
Im Innersten vergnügt.
Ich kann hier sein.
Gedanken verwandelt in Tropfen.
Ich kann hier sein.
Wärmendes Herz und liebender Atem.
Ich kann hier sein.
Ungehörte Geräusche.
Ich kann hier sein.
Kein gebietender Anspruch.
Ich kann hier sein.
Jeder Regentropfen ein Gewinn.
Ich kann hier sein.
Beflügelnder Wind.
Ich kann hier sein.
In meiner Seele verweilend
kann ich hier sein.
Ruhig und sanft im Augenblick wohnend
wird es heller.

vom licht im dunkeln

vom licht im dunkeln

schau, das leben
es ist da
auch ohne geld

schau die sonne
sie scheint auf dich
auch ohne erfolg

schau die schönheit
in dem was du hast
auch ohne die gier

schau das tiefe sein
wie es dich liebt
auch ohne hass

und wenn dich
alles doch erfasst
trage die last

und warte auf den
augenblick wenn das
schöne kommt zurück

es ist nur leicht verrückt
im schatten der sonne
hebt es das glück

verliere nie dein licht
ist es auch noch so klein
es wird dein ewiges Feuer sein

hops

Alle Religionen über-dacht
Da hat es hops gemacht

Keine Wahrheiten mehr besungen
Da kam Bewegung in die Lungen

Selber Schaffen ist der Menschen Kraft
Schaffen was den Menschen macht

Schau unterm Kleid die Fruchtbarkeit
auf dem goldenen Tablett der ‚Wirklichkeit‘

Was die Vollendung der Vernunft gebiert
Ist des Kobold’s Wissen das sie ziert

Die Geburt von Tod und Bösem ist die Sünde
Wohlan, wer nicht mehr sünden kann

Ist doch in die Abgründe der Seele gesprungen
Wer einst um sein ‚wahres‘ Leben gerungen

hops hat es gemacht
Und der freie Vogel hat sein Geschäft vollbracht.