Archiv der Kategorie: Gedichte

Von der Frucht

Die Frucht der Zeit
Ist das Altern
Bis sie reif und ungenießbar ist
Zum Tode, der Fäulnis, hin
Der Frucht Bestimmung

Die Zeit reift die Frucht
und macht sie genießbar
Dann folgt sie der Zeit
wird ungewiss und zweifelhaft
sich opfernd dem Rückgang

So sprach der Baum zum Apfel:
„Willst du nicht sterben;
Du klammerst dich so
fest an meinem Ast?“
„Nein“, sprach der Apfel
„Dein Ast ist mir ALLES“.

„Es kommt die Zeit,
da wirst du fallen;
auch das wird dir
das Paradies sein.
Gleichwohl bis zum nächsten Jahr.“

Dem Tode zur Freude
Nahm die Frucht das Geschenk
und opferte sich selbst der Erde
Fürwahr sie kam im nächsten Jahr
Den schaffenden Kreislauf erfüllend.

Wandlung bedeutet ….

Wandlung bedeutet Unsicherheit.
Wandlung bedeutet das feste Land zu verlassen.
Wandlung bedeutet neue Gebiete -in sich selbst- zu erschließen.
Wandlung bedeutet nicht einer äußeren Ordnung zu gehorchen.
Wandlung bedeutet nicht glauben, sondern einer inneren Gewissheit folgen.
Wandlung bedeutet seine eigenen Wege mit allen Gefahren zu gehen.
Wandlung bedeutet nicht schlafen zu können vor Unruhe im Bauch.
Wandlung bedeutet sich zu ängstigen auf seinem einsamen Gang.
Wandlung bedeutet Meister im Sterben zu sein.
Wandlung bedeutet dem Tod wie dem Leben zu vertrauen.
Wandlung bedeutet auch das Böse und Schlechte anzunehmen.
Wandlung bedeutet großes Vertrauen in alles was geschieht zu haben.
Wandlung bedeutet eine Aufhebung der Schuldfrage.
Wandlung bedeutet sich auf das Neue und Andere einzulassen.
Wandlung bedeutet sich selbst anzunehmen – das Gute wie das Schlechte.
Wandlung bedeutet das Kranke wie das Gesunde zu akzeptieren.
Wandlung bedeutet sich von seiner festen Vorstellung zu lösen.
Wandlung bedeutet loslassen können.
Wandlung bedeutet untröstlich zu sein und zu leiden.
Wandlung bedeutet Selbstakzeptanz in jedem Augenblick.
Wandlung bedeutet seine einsamen Tugenden und Leidenschaften zu lieben.
Wandlung bedeutet stets Teil des Ganzen zu sein und nie isoliert davon.

Die nackte Tiefe

Zerronnene Gedanken wandeln
Fließendes Gewahr-sein
In tiefer Geborgenheit
* unwandelbar

Hebt an den Fluss
Bettet in der Tiefe
Das nackte Sein
* jenseits von Raum und Zeit

In den Abgrund sinken
Fern von jeglichem Halt
Umherirrende Sterblichkeit
* unzerstörbar

Werden und vergehen
Des Körpers buntes Kleid
Der Seele Schweigsamkeit
* bleibend

Schöpfung ist das Leben
Was aus nackter Tiefe gebar
Unbeherrschbare Schöpferschar
* unaufhörlich

Im Schöpferischen liegt die Erfüllung
Gleich dem Urgrund des Seins
Aus den Tiefen schaffen
* ewig

Das SELBST

Das MAN geht und DU kommst;
alles WERTEN verliert an Bedeutung;
die Welt bricht aus allen vorgeformten Formen;
die fordernden WORTE werden zu bloßen Klängen;
nichts mehr das am anderen zerbricht;
kein Leben ist besser als das Sein im Selbst;
der Weisheit Tönung ist ein bloßes „Ach“ des Erstaunens;
das MEINEN tritt zurück für des GEISTES Fülle;
die LEERE schafft Platz für eine neue Welt;
Passivität führt zur Schöpferkraft;
DU bist die Priorität vor allem geistigen und sinnlichen Dasein;
jetzt zählt nur noch was du gibst – jeder AUGENBLICK;
ES lebt mich wo ICH einst wollte;
DU bist das Sein und nicht DAS Begehren;
DU mein SELBST.

Der Augenblick

Zäher Wind in diesigem Regen.
Ich kann hier sein.
Verblichene Sinne in dunstiger Wahrnehmung.
Ich kann hier sein.
Leidenschaftslose unmittelbare Nähe.
Ich kann hier sein.
Nichts, das mich fortstiehlt.
Ich kann hier sein.
Im Innersten vergnügt.
Ich kann hier sein.
Gedanken verwandelt in Tropfen.
Ich kann hier sein.
Wärmendes Herz und liebender Atem.
Ich kann hier sein.
Ungehörte Geräusche.
Ich kann hier sein.
Kein gebietender Anspruch.
Ich kann hier sein.
Jeder Regentropfen ein Gewinn.
Ich kann hier sein.
Beflügelnder Wind.
Ich kann hier sein.
In meiner Seele verweilend
kann ich hier sein.
Ruhig und sanft im Augenblick wohnend
wird es heller.

vom licht im dunkeln

vom licht im dunkeln

schau, das leben
es ist da
auch ohne geld

schau die sonne
sie scheint auf dich
auch ohne erfolg

schau die schönheit
in dem was du hast
auch ohne die gier

schau das tiefe sein
wie es dich liebt
auch ohne hass

und wenn dich
alles doch erfasst
trage die last

und warte auf den
augenblick wenn das
schöne kommt zurück

es ist nur leicht verrückt
im schatten der sonne
hebt es das glück

verliere nie dein licht
ist es auch noch so klein
es wird dein ewiges Feuer sein

hops

Alle Religionen über-dacht
Da hat es hops gemacht

Keine Wahrheiten mehr besungen
Da kam Bewegung in die Lungen

Selber Schaffen ist der Menschen Kraft
Schaffen was den Menschen macht

Schau unterm Kleid die Fruchtbarkeit
auf dem goldenen Tablett der ‚Wirklichkeit‘

Was die Vollendung der Vernunft gebiert
Ist des Kobold’s Wissen das sie ziert

Die Geburt von Tod und Bösem ist die Sünde
Wohlan, wer nicht mehr sünden kann

Ist doch in die Abgründe der Seele gesprungen
Wer einst um sein ‚wahres‘ Leben gerungen

hops hat es gemacht
Und der freie Vogel hat sein Geschäft vollbracht.

Vom Tod

Schnee fällt in dicken Flocken
Leben vor Kälte erstarrt
Kein Weg in Sicht

Den Tag tot geboren
Unberührte Schneeschicht
Keinerlei Spuren

Ruhe unter der Last
Nichts das sich regt
Leise rieselt der Schnee

Den Tod bedeckt
Unter weißer Pracht
Das Neue wird geboren

Der kalte Tod in seiner Pracht
Hat wieder jungfräulich gemacht
Neues Leben wird kommen

Der Tod hat sein Werk vollbracht
Und den Tag lebendig geziert
In der Sonne vollkommenem Licht