Archiv der Kategorie: Gedichte

Der Augenblick

Zäher Wind in diesigem Regen.
Ich kann hier sein.
Verblichene Sinne in dunstiger Wahrnehmung.
Ich kann hier sein.
Leidenschaftslose unmittelbare Nähe.
Ich kann hier sein.
Nichts, das mich fortstiehlt.
Ich kann hier sein.
Im Innersten vergnügt.
Ich kann hier sein.
Gedanken verwandelt in Tropfen.
Ich kann hier sein.
Wärmendes Herz und liebender Atem.
Ich kann hier sein.
Ungehörte Geräusche.
Ich kann hier sein.
Kein gebietender Anspruch.
Ich kann hier sein.
Jeder Regentropfen ein Gewinn.
Ich kann hier sein.
Beflügelnder Wind.
Ich kann hier sein.
In meiner Seele verweilend
kann ich hier sein.
Ruhig und sanft im Augenblick wohnend
wird es heller.

vom licht im dunkeln

vom licht im dunkeln

schau, das leben
es ist da
auch ohne geld

schau die sonne
sie scheint auf dich
auch ohne erfolg

schau die schönheit
in dem was du hast
auch ohne die gier

schau das tiefe sein
wie es dich liebt
auch ohne hass

und wenn dich
alles doch erfasst
trage die last

und warte auf den
augenblick wenn das
schöne kommt zurück

es ist nur leicht verrückt
im schatten der sonne
hebt es das glück

verliere nie dein licht
ist es auch noch so klein
es wird dein ewiges Feuer sein

hops

Alle Religionen über-dacht
Da hat es hops gemacht

Keine Wahrheiten mehr besungen
Da kam Bewegung in die Lungen

Selber Schaffen ist der Menschen Kraft
Schaffen was den Menschen macht

Schau unterm Kleid die Fruchtbarkeit
auf dem goldenen Tablett der ‚Wirklichkeit‘

Was die Vollendung der Vernunft gebiert
Ist des Kobold’s Wissen das sie ziert

Die Geburt von Tod und Bösem ist die Sünde
Wohlan, wer nicht mehr sünden kann

Ist doch in die Abgründe der Seele gesprungen
Wer einst um sein ‚wahres‘ Leben gerungen

hops hat es gemacht
Und der freie Vogel hat sein Geschäft vollbracht.

Vom Tod

Schnee fällt in dicken Flocken
Leben vor Kälte erstarrt
Kein Weg in Sicht

Den Tag tot geboren
Unberührte Schneeschicht
Keinerlei Spuren

Ruhe unter der Last
Nichts das sich regt
Leise rieselt der Schnee

Den Tod bedeckt
Unter weißer Pracht
Das Neue wird geboren

Der kalte Tod in seiner Pracht
Hat wieder jungfräulich gemacht
Neues Leben wird kommen

Der Tod hat sein Werk vollbracht
Und den Tag lebendig geziert
In der Sonne vollkommenem Licht

Selbstgespräch

Gespräch mit dem Selbst
(Selbstgespräch)

es stürmt
die waage pendelt im lot
es wurde bereits alles gesagt
kein sturm trägt dich fort

der blick in den spiegel des lebens
zeigt deine tiefe gegenwart
im EINEN EWIG SEIENDEN
wir brauchen uns im spiegel

auch kein wort das anders wäre
kann dich je treffen
das ziel: des menschen good im sinn
wir brauchen uns: diesem god zu folgen.

Fassaden

Die Stadt, die so viele
Fassaden hat
So trügerisch war
das Leben
hat man sich
Ihr hingegeben

Von außen besehen
alles neu und schön
Fortschritt wurd‘ genannt
was dem Herzen unbekannt
Die Fassade war zu schön
Das Innerste musste gehen

Keiner hört mehr zu
Lebt Fassade im Nu
Diesem Gotte geweiht
Was das Innerste befreit
Fassaden klettern hoch hinaus
bringt der Freiheit den Garaus

Aber: Die Fassade ist schön!