Archiv der Kategorie: Gedichte

Regengedicht

Trübe wie Traurigkeit
Regentropfen wie Tränen

Der Himmel reißt nicht auf
Kein Licht in weiter Sicht

Trauer schleicht sich in den Tag
Macht die Augen weinend

Das Heute scheint hoffnungslos
In den Regenwolken versunken

Die Einbahnstraße des Gemüts
Versunken in lichtlosen Tränen

Einem Zauber gleich, es wird Licht
Es bringt unbefangene Befreiung

Ein Licht der Ungezwungenheit
Gleich dem Atem des Lebens

Neu ist der Moment des Glücks
Immer wieder neu das Licht

Ist es doch mein Licht, das mich hält
Wie es mein Atem ist, der mich trägt

Wie jeder Regentropfen seine Bestimmung folgt
So auch der Licht-Atem eines jeden Lebewesens

Durch den Regen atmet mein Licht
Der Regen reinigt die Wege zu mir hin.

Mutter

Mutter,

Ich habe eine Freundin
Die erhält nur Ehren und Preise
Und ich
Lebe so bescheiden

Ich habe eine Freundin
Die hat sehr viel Geld
Lebt in einem tollen Haus in der Stadt
Und ich
Lebe in einem kleinen Haus auf dem Land

Ich habe eine Freundin
Die hat überall viel Macht
Und ich
Versuche mich stets in Demut

Ich habe eine Freundin
Die ist sehr ehrgeizig in ihrem gesetzten Willen
Und ich
Versuche stets deinem Willen zu gehorchen

Ich habe eine Freundin
Die ist reich an Vorgaben und Vorsätzen
Und ich
Habe „NUR“ dich

Ich habe eine Freundin
Die folgt dem Winde der Zeit
Und ich
Folge DIR

Ich habe einen Freund
Der lebt für das Gerade und die Perfektion
Und ich
Bin schief und um Vollständigkeit bemüht

Ich habe einen Freund
Der weiß alles ganz genau
Und ich
Werde unwissender je mehr ich weiß

Ich habe einen Freund
Der glaubt die Welt zu regieren
Und ich
Werde gelenkt von etwas das noch nicht auf der Welt ist

In Waage

In Waage

Kein Zuviel, kein Zuwenig
Stillstand oder Tod?

Kein Ärger, kein Glück
Gelassenheit oder Tod?

Kein Streit, keine Versöhnung
Friedvoll oder tot?

Kein Verlangen, kein Bangen
Gemütsruhe oder Tod?

Keine Krankheit, keine Gesundheit
Loslassen oder Tod?

Keine Zeit, kein Kommen und Vergehen
Ewigkeit oder Tod?

In der Waage zum Tode hin
In der Waage ein glückliches Sterben

Die Distel

Die Distel

Blühst schön im Sommerhain
O, welche Pein

Dornen sind der Schönheit Spitze
Machen über das Schlechte keine Witze

Das Gute ist des Bösen Pracht
In der Distel zur Einheit gebracht

Ohne Dornen, ohne Schmerz
Nimmt man der Distel das Herz

Stets zur Einheit muss sie gelangen
Im Schmerz um ihre Schönheit bangen

Die Dornen ach so schlecht
Machen ihre Schönheit echt.

Gedankenklöpse

Gedankenklöpse

Schon viele Gedanken gemacht
Trostlose in der Nacht
Wahre Schönheiten am Tage

Ich habe sie gewonnen
Sie sind ebenso zerronnen
Bedeutend sollten sie sein

Hängen wie Klöße im Hals
Würgen lassen sie sich bald
Schneiden ins Leben Scheiben

Angehängt an den Laib
Machen sie den Menschen breit
Gewichtig will er sein ungemein

Sich vom Tod befreien
Stille herrscht ums Herrscherwort
Vom Tod befreit es nicht

Jetzt fließen sie vorbei
Gedanken wie Brei
Hängen an nichts fest

Suppe die ins Meer fließt
Meer das ins All aufsteigt
Gedanken im Gedankenkosmos

Am persönlichen Ich vorbei
Ins menschliche Einerlei
Gedanken fließen frei

Halten an nichts mehr fest
Nicht an Leben oder Tod
Haben daher keine Not