Archiv der Kategorie: Aphorismen

Aphorismus 25

Jeder Zugewinn an Erkenntnis durch die eigene schöpferische Tätigkeit ist bedeutend mehr wert als ein Kunstprodukt. Darum sollte, wer schöpferisch tätig ist, von einer künstlerischen Wertschätzung Abstand nehmen und alle Energie in die Selbsterkenntnis durch sein Werk legen. Seinem Werk einen persönlichen Sinn zu geben übertrifft jegliche kollektive Wertschätzung, da sie die schaffende Person vollständiger und damit freier macht.

Aphorismus 23

Wer Individuum sein möchte, kann nicht Volksmasse sein oder sich in der breiten Menge Bestätigung suchen, denn dann gibt er seine Individualität auf. Das Individuum ist unabhängig von einer Gruppe oder Gemeinschaft. Es ist immer ein Mensch als Einzelwesen in seiner jeweiligen Besonderheit. Das Individuum ist das Unteilbare. Individuation ist der Prozeß der Selbstwerdung des Menschen zu einem Individuum, in dessen Verlauf sich das Bewusstsein der eigenen Individualität bzw. der Unterschiedenheit von anderen zunehmend verfestigt. Doch bei der Herde Anerkennung zu suchen ist der falsche Weg zur Individualität, denn dann geht die Person zur Masse zurück, braucht sie noch und ist damit nicht mehr ein Individuum, dass aus der Masse hervortritt.
Eine Individualität ist eine einzigartige Persönlichkeit, die auch als solche zu respektieren ist. Ein Volk besteht im Idealfall aus vielen Individuen, die als solche keine Masse ausmachen, so wie es bei der Massenindividualität der Fall ist.
Die Massenindividualität ist die Vortäuschung einer falscher Tatsache, da in ihr alle einem bestimmten Bilde folgen und deshalb in der Masse bleiben also nicht aus ihr heraustreten.

Aphorismen 20 – 22

20
Selbsterkenntnis ist die wirklich BILDENDE Kunst.

21
Die meisten Menschen betrachten lieber die Kunst der anderen als an ihren eigenen Fähigkeiten zu arbeiten.

22
Wer immer nach oben in das Himmlische schaut und darin sieht, wie es sein sollte, sieht die Erde und ihren wahren Reichtum nicht. Er kann sich selbst, seinen eigenen Geist und Körper, nicht erkennen, da er von einem, seiner eigenen Natur nicht entsprechenden Licht, geblendet ist.

Weisheit aus dem Logbuch

Lieber Unsinn als gar keinen Sinn.

Alles ist im Fluss der Höhen und Tiefen.

Leben verändert sich, nichts bleibt stehen. Wer meint, es bliebe etwas stehen, sollte seine Wahrnehmung überprüfen.

Unsicherheiten im Leben aushalten, denn wo kein Ziel ist, sondern nur der Augenblick, da entstehen viele Unsicherheiten in Gedanken.

Gedanken brodeln wie ein stets aktiver Vulkan. Im Unterscheid zu diesem, kann man sie löschen wie Schnappschüsse.

Meinungen und Vorurteile sind die Glut des Hasses.

Das wahre Glück sucht sich meist ein einsames Plätzchen.

Es ist schön auf dem Lande zu leben und den Geist der Natur zu bewundern.

Der Zeitgeist spielt sich in den Städten ab. Auch deshalb werden die Menschen von den Städten angezogen. Aber was ist Zeitgeist mehr als die Hirngespinste eines Don Quijote?

Auch der Stadtmensch sollte es nicht versäumen, seinen Blick über den Stadtrand hinaus zu richten. Außerhalb der Stadt liegt mehr als ein Vorurteil, dort kann Weisheit liegen. Eine natürliche Weisheit, die sich gegen die geschaffene Armut (geistige und materielle) in den Städten richtet.

Der kapitalistische Zeitgeist mit seiner Ausbeutung der Natur ist die Spitze einer den Geist der Natur diskriminierenden Bewegung, die in der Spaltung von Subjekt und Objekt gipfelte.

Aphorismus 19; Leben ist…

Leben ist

schöpferisch und sucht nach schöpferischen, d.h. auch Leben erhaltenden Lösungen. Da alle Lebewesen somit auch schöpferisch sind, liegt jedem Wesen die Kreativität inne. Wer sich auf der schöpferischen Ebene befindet und dort sein schöpferisches Leben leben kann, leidet nicht mehr, denn sein Weg ist nicht der Leben erleidende, sondern eine schöpferische, die Dinge angehende und neu schaffende Lebensweise.

Aphorismus 18

Kunst ist
eine Möglichkeit des rationalen Menschen das Leben zu verstehen. Sie entstand entweder als Abbildung des Erlebten oder Gesehenen und entwickelte sich zur Integrierung des Unbewussten oder besser: des Lebens. Sobald der Mensch die Dinge und sich selbst sehen kann, wie sie/er sind/ist, bedarf er der Kunst nicht mehr als Ausdrucksmittel. Er ist dann sich selbst und seiner eigenen Weisheit genug.
Kunst ist wie Wissenschaft eine Form des Verstehens, was geschieht; sowohl innen, wie außen. Sie haben das Ziel der Befreiung und Erleichterung. Das menschliche Streben nach Erlösung liegt beidem zugrunde – eine „göttliche“ Erlösung. Dieses Streben macht seine Kultur und Kultivierung aus. Erkennen, Weisheit, Wissen ist mit Erlösung verbunden. Die Erlösung aus einer zwanghaften Verbindung. Künstler, Wissenschaftler, jeder Erkennende erlöst sich mit seinem Werk und fühlt sich mit der Vollendung befreit.