Ist es wahr?

„Ist es wahr; Was ich schrieb?“
Heute gewonnen; morgen zerronnen

Verworfen und neu geschaffen
Heute wird nicht morgen sein

Alles Begehren ist im Fluss
Dem Strom der Nichtigkeit

Niemand kann mir folgen
Es wird sein und auch nicht

Jeder mag in seine Hütte gehen
Dort seinen Raum umschreiten

Was er dort nicht sah
Wird nicht wahr

Vom Opfern

Sich dem Einen Willen beugen
Des Lebens Wahrheitskunst

Leben formen und verwerfen
Dem Leben geben und nehmen

So wie es der Eine Wille war
Hält Leben im Gleichgewicht

Im Opfer liegt der Takt
Für die Melodie des Kosmos

Der eigenen Sünde folgen
Formt Klagelaut und Mensch

Sich hingeben dem höheren Selbst
Macht jeden Menschen einzig

Nicht folgen dem gemeinen Sinn
Sondern sich opfern zum eigenen hin

Geopfert für den Einen Willen
In den Pfad der eigenen Tugend

Von der Frucht

Die Frucht der Zeit
Ist das Altern
Bis sie reif und ungenießbar ist
Zum Tode, der Fäulnis, hin
Der Frucht Bestimmung

Die Zeit reift die Frucht
und macht sie genießbar
Dann folgt sie der Zeit
wird ungewiss und zweifelhaft
sich opfernd dem Rückgang

So sprach der Baum zum Apfel:
„Willst du nicht sterben;
Du klammerst dich so
fest an meinem Ast?“
„Nein“, sprach der Apfel
„Dein Ast ist mir ALLES“.

„Es kommt die Zeit,
da wirst du fallen;
auch das wird dir
das Paradies sein.
Gleichwohl bis zum nächsten Jahr.“

Dem Tode zur Freude
Nahm die Frucht das Geschenk
und opferte sich selbst der Erde
Fürwahr sie kam im nächsten Jahr
Den schaffenden Kreislauf erfüllend.