Aphorismus 31

(Ergänzung zum Gedicht „Vom Tod“)

Wenn das Schöne an etwas gebunden ist, ist es nicht schön im eigentlichen Sinne, denn Schönheit befreit. Die gebundene Schönheit macht aber abhängig, deshalb ist sie ein bloßes an empfundenes Plagiat.
Bindung ist nur dann schön, wenn sie zur Schönheit und das heißt zur Freiheit führt. Diese Bindung wird aber oft als unangenehm empfunden, denn im Grunde sucht der Mensch seine gebundene Schönheit. Eine Schönheit an die er gebunden ist.

Vom Tod

Schnee fällt in dicken Flocken
Leben vor Kälte erstarrt
Kein Weg in Sicht

Den Tag tot geboren
Unberührte Schneeschicht
Keinerlei Spuren

Ruhe unter der Last
Nichts das sich regt
Leise rieselt der Schnee

Den Tod bedeckt
Unter weißer Pracht
Das Neue wird geboren

Der kalte Tod in seiner Pracht
Hat wieder jungfräulich gemacht
Neues Leben wird kommen

Der Tod hat sein Werk vollbracht
Und den Tag lebendig geziert
In der Sonne vollkommenem Licht