Fassaden

Die Stadt, die so viele
Fassaden hat
So trügerisch war
das Leben
hat man sich
Ihr hingegeben

Von außen besehen
alles neu und schön
Fortschritt wurd‘ genannt
was dem Herzen unbekannt
Die Fassade war zu schön
Das Innerste musste gehen

Keiner hört mehr zu
Lebt Fassade im Nu
Diesem Gotte geweiht
Was das Innerste befreit
Fassaden klettern hoch hinaus
bringt der Freiheit den Garaus

Aber: Die Fassade ist schön!

Regengedicht

Trübe wie Traurigkeit
Regentropfen wie Tränen

Der Himmel reißt nicht auf
Kein Licht in weiter Sicht

Trauer schleicht sich in den Tag
Macht die Augen weinend

Das Heute scheint hoffnungslos
In den Regenwolken versunken

Die Einbahnstraße des Gemüts
Versunken in lichtlosen Tränen

Einem Zauber gleich, es wird Licht
Es bringt unbefangene Befreiung

Ein Licht der Ungezwungenheit
Gleich dem Atem des Lebens

Neu ist der Moment des Glücks
Immer wieder neu das Licht

Ist es doch mein Licht, das mich hält
Wie es mein Atem ist, der mich trägt

Wie jeder Regentropfen seine Bestimmung folgt
So auch der Licht-Atem eines jeden Lebewesens

Durch den Regen atmet mein Licht
Der Regen reinigt die Wege zu mir hin.